Aktuelles

Mittwoch, 23. Juni 2010
AKK verabschiedet Vorstandsmitglieder

Bild:v.l.n.r Heinz Kölsch, Horst Welling, Detlef Schönig, Heiner Blau, Franz-Josef Möhlich (es fehlt Yvonne Adolphs)

Heiner Blau zum Ehrengeschäftsführer und Detlef Schöning zum Ehrenmitglied der AKK ernannt
Koblenz, 22. Juni 2010:
Die AKK verabschiedete, im Beisein von Vertretern der AKK angeschlossenen Vereine, am heutigen Dienstag Abend, die ehemaligen Vorstandsmitglieder Yvonne Adolphs, Heiner Blau, Detlef Schöning und Horst Welling, aus ihren Ämtern. In einer Feierstunde im voll besetzen Rheinischen Fasenachtsmuseum würdigte der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval, Franz-Josef Möhlich, das Wirken der scheidenden Vorstandsmitglieder rund um das Wohl des Koblenzer Karnevals.
Heiner Blau, der 23 Jahre das Amt des Geschäftsführers der AKK inne hatte, wurde zum Ehrengeschäftsführer der AKK ernannt. Ihm zu Ehren hielt sein Nachfolger, Stephan Otto, eine hinreißende, mit humorvollen Geschichten über seinen Vorgänger gespickte, Laudatio.
Detlef Schöning, der 16 Jahre dem AKK Vorstand angehörte, wurde ebenso die Ehrenmitgliedschaft der AKK angetragen. Sichtlich bewegt nahmen die Vorgenannten die Ernennung entgegen, dankten den Anwesenden und wünschten Ihren Nachfolgern alles Gute für die Zukunft.

Mittwoch, 16. Juni 2010
Beim AKK Frühschoppen wurde aus „HoGö“ der Schängel „JoHo“

Schängeltaufe des AHC und Übergabe der RoMo Preise lockten die AKK Vereine ins Weindorf
Koblenz, 13. Juni 2010:
Traditionell lud die AKK am Sonntag, den 13. Juni die der AKK angeschlossenen Vereine und Gäste, um 11:11 Uhr, zum diesjährigen AKK-Frühschoppen ins Weindorf ein.
Der Präsident der AKK bedankte sich bei allen AKK Vereinen für Ihr Kommen und begrüßte neben den Ehrengästen, den Oberbürgermeister unter den Anwesenden, dem an diesem Tag noch eine besondere Ehre zu Teil wurde.
Seit nunmehr 30 Jahren ist es Tradition, dass das Alt-Herrn-Corps anlässlich des AKK Frühschoppens eine Persönlichkeit aus Koblenz, die mit dem Mangel behaftet ist, nicht als Koblenzer Schängel geboren worden zu sein, zum Schängel zu taufen. In diesem Jahr wurde unser neues Stadtoberhaupt, Herr Prof. Dr. Hofman-Göttig, von diesem Mangel befreit. In einer humorvollen und ideenreichen Inszenierung samt Vater Rhein (Werner Schmitz), Mutter Mosel (Eric Eierstock), Zeremonienmeister (Markus Gohl) und Justiziarin (Lisa Werber) standen die Paten Heiner Blau und Helmut Wintrich dem Täufling bei. Dieser stellte seine Sprachgewandheit beim Wiederholen des vom Ehren-Commodore Otto Hellinger erdachten und auf „Kowelenzer Platt“ vorgetragenen Taufspruches, unter Beweis.
Ob nun „HoGö“, oder wie der Oberbürgermeister selbst paraphiert „JoHo“ die neue Abkürzung seines Doppelnamens sein soll, wurde von den Anwesenden eindeutig durch Handzeichen entschieden. So wird nun „JoHo“ in den Sprachgebrauch des Koblenzer Karnevals Einzug halten. Dies bewegte den Präsidenten der AKK, in Anlehnung zu den sieben Zwergen, spontan zu einem neuen Einmarschlied für den Oberbürgermeister (JoHo! JoHo! Wir sind vergnügt und froh…).
Dieter Balter, der neue Commodore des AHC, wünschte dem nun neuen Schängel alles erdenklich Gute für die Zukunft und dankte ihm für die Unterstützung im Koblenzer Karneval.

Dann war es endlich soweit. Nach der Prämierung für die Teilnahme am Rosenmontagszug konnten nun die prämierten Vereine ihre Pokale und Geld-Preise in Empfang nehmen. Auch die Preise die im Rahmen der Initiative Koblenz kreativ und präventiv der Koblenzer LIONS ausgelobt wurden, wurden von Deltef Schöning überreicht.

Donnerstag, 10. Juni 2010
AKK dankt Sponsoren mit „BUGA Baustellen Kontrollfahrt“

Prinz Marcus und Confluentia Claudia geben Insignien der Macht zurück.
Koblenz, 8. Juni 2010
Ohne das Engagement von Sponsoren, Gönnern und der Stadt Koblenz ist der Koblenzer Karneval in seiner jetzigen Form nicht durchführbar. Deshalb ließ es sich die AKK nicht nehmen ihre Sponsoren, sowie die Verantwortlichen der Stadt Koblenz und gute Freunde zu einer abendlichen Rundfahrt auf Rhein und Mosel einzuladen. Um 19:00 Uhr hieß es „Leinen los“ auf der „MS La Paloma“. Vom Anleger am Pegelhaus ging die Fahrt dann über Rhein und Mosel, wobei man die Baufortschritte der BUGA vom Wasser aus begutachten konnte.

Franz-Josef Möhlich dankte in seiner Ansprache allen Anwesenden, die trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage ihr Engagement im Koblenzer Karneval beibehielten und ermutigte sie dies auch zukünftig zu tun. Ganz besonders freute ihn, dass es endlich gelungen sei einen alternativen Veranstaltungsort für die Inthronisation zu finden. Diese wird im kommenden Jahr in der Messehalle am Wallersheimer Kreisel stattfinden. Zusammen mit der Stadt Koblenz wird die Halle entsprechend aufgerüstet und um ein Zelt mit Gastronomie, Garderobe und sanitären Einrichtungen erweitert.

Nachdem er den scheidenden AKK Vorstandsmitgliedern seinen Dank für deren geleisteten Dienste rund um den Koblenzer Karneval aussprach, nutzte er die Gelegenheit seine neue Mannschaft den Anwesenden vorzustellen.


Der neue Oberbürgermeister Prof. Dr. Hofmann-Göttig ließ es sich ebenfalls nicht nehmen an dieser Veranstaltung teilzunehmen, wollte er doch endlich seinen Stadtschlüssel, der noch von seinem Vorgänger an das amtierende Prinzenpaar verloren ging, entgegennehmen. Diesen und das Zepter des Prinzen wurden von Prinz Marcus und Confluentia Claudia schließlich auch an den AKK Präsidenten bzw. den OB übergeben, der für die nächste Session einen harten Kampf um den Stadtschlüssel bei der Rathauserstürmung ankündigte.

In geselliger Runde blieb dann noch Zeit für gute Gespräche mit vielen neuen Ideen rund um den Koblenzer Karneval.

Freitag, 7. Mai 2010
OB Prof. Dr. Hofmann-Göttig ernennt Heiner Blau zum persönlichen Beauftragten für Karneval

Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig hat heute Heiner Blau zum ehrenamtlichen „Persönlichen Beauftragten des Oberbürgermeisters der Stadt Koblenz in Angelegenheiten des Karnevals“ ernannt. Heiner Blau erhielt diese Aufgabe als Geschenk zu seinem heutigen Geburtstag.

Hofmann-Göttig möchte sich von dem Vollblutkarnevalisten in Terminangelegenheiten beraten lassen. Blau soll einen Plan ausarbeiten, welche Karnevalsveranstaltungen im Terminkalender des Stadtoberhauptes notiert werden. Das Ziel des neuen Oberbürgermeisters ist es, in seiner Amtszeit jeden Karnevalsverein einmal persönlich aufgesucht zu haben.

Quelle:
Pressekontakt: Stadtverwaltung Koblenz (pressestelle[at]stadt.koblenz.de)
www.koblenz.de

Mittwoch, 5. Mai 2010
AKK vollzieht Generationswechsel

Der neue AKK Vorstand: v.l.n.r.: Ernst Knopp, Sandra Hürter, Erich Thönnes, Heinz Kölsch, Stephan Otto, Herrman-Josef Bretz, Franz-Josef Möhlich, Sven Holzmann, Christian Johann, Günter Eder. Es fehlt Olav Kullak.
Foto - Sandra Schneider/Lokalanzeiger Koblenzer Schängel

Heiner Blau zum Ehrengeschäftsführer und Detlef Schöning zum Ehrenmitglied der AKK ernannt.
Koblenz, den 4 Mai 2010 Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung am 4.Mai 2010, ab 20:00h, im Soldatenheim standen neben den Themen rund um die vergangene Session, die Vorstandswahlen im Mittelpunkt des Abends.
Die diesjährige AKK Delegiertenversammlung begann der AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich mit einer eindringlichen Rede in der er die vergangene Session Revue passieren ließ. Viele Aktionen der AKK rund um den Koblenzer Karneval wurden erläutert und klargestellt. Er nutzte seine Ansprache dazu, die positiven Entwicklungen im Koblenzer Karneval hervorzuheben. Nicht zuletzt sind die suchtpräventiven Maßnahmen der AKK in Zusammenarbeit mit der Stadt Koblenz, dem LIONS Club und der Agostea Nachtarena zu erwähnen. Die insgesamt halbstündige Rede des AKK-Präsidenten ließ allerdings auch kritische Töne nicht fehlen, so könnten sich mehr der AKK angeschlossenen Vereine zu den Veranstaltungen der AKK einfinden. Er schwor die Versammlung zur Einigkeit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander ein. Nur so seien die in Zukunft zu bewältigenden Probleme, wie einen adäquaten Veranstaltungsort für die Inthronisation 2011 zu finden, zu meistern. Er bedanke sich schließlich für den offenen und ehrlichen Umgang mit ihm und attestierte der AKK eine finanziell stabile Situation.
Im Anschluss an die Eröffnungsrede des Präsidenten verlas Horst Welling das Protokoll der letzten Delegiertenversammlung.
Diesem folgte der große Auftritt des scheidenden Geschäftsführers der AKK. Letztmalig verlas Heiner Blau den Geschäftsbericht für das Jahr 2009 und zog ein ehrliches und ergreifendes Resümee seiner 23 jährigen Tätigkeit als AKK-Geschäftsführer. Sicherlich sei er als Diplomat ungeeignet, so Heiner Blau, doch habe er seine Tätigkeit immer zum Wohle der AKK durchgeführt. Diese humorvollen und ehrlichen Worte bewegten die Delegiertenversammlung derart, dass sie den scheidenden Geschäftsführer mit minutenlangen stehenden Ovationen, aus dessen Amt begleiteten.
Der AKK Präsident dankte den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern für ihre geleistete Arbeit. Insbesondere hob er die Verdienste des scheidenden Geschäftsführers hervor und trug Heiner Blau und Detlef Schöning die Ehrenmitgliedschaft der AKK an. Auf Antrag des Ehrenpräsidenten Gerd Kessler wurde Heiner Blau einstimmig zum Ehrengeschäftsführer und Detlef Schöning einstimmig zum Ehrenmitglied der AKK gewählt.

Hermann-Josef Bretz gab hiernach seinen Bericht zur Kassenlage ab und konnte mit Stolz eine positive Kassenlage vorlegen. Er dankte ausdrücklich dem Förderverein des Fasenachtsmuseums, dessen finanzielle Unterstützung die Entwicklung des Museums erst ermöglicht.

Die ordentliche Arbeit des Schatzmeisters konnte Dieter Alt, der den Bericht der Kassenprüfer vortrug in seinem und im Namen des zweiten Kassenprüfers, Axel Schwab bestätigen. Dies zur Folge beantragte er die Entlastung des Schatzmeisters.

Anlass zur Aussprache lieferten keine dieser Punkte, sodass die Entlastung des Vorstandes beantragt werden konnte, was die Versammlung auch einstimmig tat.

Nun stand die Neuwahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Für eine Neuwahl standen folgende Personen nicht mehr zur Verfügung.
Heiner Blau (Geschäftsführer der AKK), der sage und schreibe 23 Jahre ehrenamtlich das Amt des Geschäftsführers der AKK inne hatte.
Horst Welling (Protokollchef), Detlef Schönig (Künstlerischer Beirat, 16 Jahre AKK Vorstand) und Yvonne Adolphs (Beisitzerin)

Sandra Hürter , Franz-Josef Möhlich, Heinz Kölsch, Hermann-Josef Bretz und Günter Eder erklärten Ihre Bereitschaft Ihre Ämter auch erneut zu begleiten.
Die Neuwahl des Präsidenten leitete Michael Hörter, der als Versammlungsleiter, von der Delegiertenversammlung hierzu gewählt wurde.
In geheimer Wahl wurde Franz-Josef Möhlich von den insgesamt 154 wahlberechtigten Delegierten mit 140 Ja- und 9 Gegenstimmen bei 5 Enthaltungen in seinem Amt bestätigt.
Der AKK Präsident stellte für die jeweiligen Positionen die Wunschkandidaten des AKK Vorstandes vor und stellte dabei klar, dass diesen Personen dedizierte Aufgaben innerhalb des AKK Vorstandes zugewiesen werden.
Heinz Kösch wurde mit 136 Ja-, 15 Neinstimmen in seinem Amt bestätigt. Beide dankten der Versammlung für das Ihnen entgegengebrachte vertrauen.
Stephan Otto war bislang als Beisitzer der AKK tätig und ist den Koblenzer Narren als Ex-Prinz und diesjähriger Sitzungspräsident der Lesesitzung bestens bekannt. Dies und die Fähigkeiten von Stephan Otto mit allen Karnevalisten auf Augenhöhe zu agieren machten ihn zum perfekten Kandidaten des AKK Präsidenten für das Amt des Geschäftsführers der AKK. In geheimer Wahl wurde Stephan Otto mit 122 Ja- zu 31 Neinstimmen bei einer Enthaltungen gewählt.
Auch die Wahl des Schatzmeisters fand in geheimer Wahl statt. Als einziger Kandidat für dieses Amt stand Herrmann-Josef Bretz zur Wahl, der in geheimer Wahl 142 Ja-, 7 Nein stimmen und 2 Enthaltungen auf sich vereinigen.
Günter Eder, der sich zukünftig als Beisitzer, um das Fasnachtsmuseum kümmern soll, wurde einstimmig von der Versammlung in offener Abstimmung gewählt.
Als künstlerischer Beirat folgte Christian Johann (Kowelenzer Schängelcher), der ebenso einstimmig in offener Abstimmung in den Vorstand gewählt wurde.
Erich Thönnes, wird weiterhin als Zugmarschall der AKK zur Verfügung stehen. Er wurde bei einer Enthaltung in offener Wahl hierzu gewählt.
Ernst Knopp (NCW), in Zukunft verantwortet er als Beisitzer das Ressort der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit konnte in offener Abstimmung alle Stimmen bis auf 5 Enthaltungen auf sich vereinen.
Die Wahl des Beisitzers für Marketing wurde in geheimer Wahl durchgeführt. Hierbei konnte Sven Holzmann (AHC) 116 Ja-Stimmen auf sich vereinen. Lediglich 31 Delegierte stimmen gegen ihn und 7 enthielten sich.
Die Wahl für den Beisitzer/Beisitzerin für Jugendarbeit wurde wiederum in offener Wahl durchgeführt. Sandra Hürter wurde einstimmig hierzu gewählt.
Hiernach stand die Wahl des Beisitzers für Sonderaufgaben an. Olav Kullak, (Heimatfreunde Lay) der aufgrund eines Rettungseinsatzes nicht persönlich an der Versammlung teilnehmen konnte wurde in Abwesenheit bei 6 Enthaltungen und keiner Gegenstimme in dieses Amt gewählt. Er soll zukünftig bei der Durchführung der AKK Veranstaltungen unterstützend tätig sein.
Schließlich wurde auf Vorschlag des AKK Präsidenten die Wiederwahl der Kassenprüfer, Axel Schwab und Dieter Alt durchgeführt. Beide wurden einstimmig wiedergewählt.

Nach dem Wahlmarathon gab Franz-Josef Möhlich die anstehenden Termine der AKK bekannt bzw. rief diese in Erinnerung.
- Am 13.6. findet der AKK Frühschoppen mit Schängeltaufe des AHV und Übergabe der RoMo Prämierungen im Weindorf statt.
- Am 11.11 Auftaktveranstaltung der AKK
- Die Inthronisation findet am 8.1.2011 statt, Ort, wird noch bekannt gegeben.
Nachdem noch einige interne Termine und Anliegen kommuniziert wurden, schloss der Präsident die Veranstalltung um 22:40h und bedankte sich zuvor bei der Versammlung für die harmonische und konstruktive Versammlung.

Freitag, 9. April 2010
Sessionsorden und Erinnerungen im Fastnachtsmuseum

Noch 218 Tage trennen uns von der nächsten Karnevalssession. Sessionsorden und andere Erinnerungen an die gerade abgelaufene närrische Zeit übergaben nun Vertreter der Koblenzer Karnevals- und Möhnengesellschaften dem rheinischen Fastnachtsmuseum im Kehlturm des Forts Konstantin. Das Rheinische Fastnachtsmuseum ist mit Ausnahme des Pfingstwochenendes bis in den Herbst immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. (pka) Foto: Peter Karges

RZ Koblenz & Region vom Donnerstag, 8. April 2010, Seite 19.

Mittwoch, 17. März 2010
"Schuwi" ist schon vor offiziellem Dienstende museumsreif

Offiziell aus dem Amt verabschiedet er sich zwar erst Ende April. Gestern Abend war der Koblenzer (Noch)Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann aber trotzdem schon museumsreif: Sein Konterfei hängt seit gestern im Rheinischen Fastnachtsmuseum. Vor 15 Jahren hatte die Moselweißer Künstlerin Hilde Landsrath (links) das Bildnis erstellt. Fortan hing das Kunstwerk während der Karnevalszeit immer im Historischen Rathaussaal. "Dort bin ich in der nächsten Session aber Geschichte - und das gilt deshalb auch für das Bild", stellte "Schuwi" fest, weshalb er das Gemälde nun dem Museum vermachte. Ebenfalls übergaben Prinz Marcus und Confluentia Claudia ihre Ornate, die im Museum nun ein Jahr lang zu sehen sind. (agh) Foto: Annette Hoppen

RZ Koblenz & Region vom Mittwoch, 17. März 2010, Seite 14.

Samstag, 20. Februar 2010
Schnecken und Frösche prägen den "Zuch"

Foto:Da gab es keine Diskussion: Die "Froschkönige" von den "Tollkühnen" mochte einfach jeder - und die Großschnecke der "KaJunSe" traf den Nerv von Zuschauern und Jury. Fotos: Thomas Frey

Die besten Wagenbauer kommen mal wieder aus Neuendorf und Wallersheim - Horchheimerinnen stellten am Koblenzer Rosenmontag beste Fußgruppe

Seit Jahren machen die Senioren der Katholischen Jugend Neuendorf/Wallersheim und das Alt-Herren-Corps den Wettkampf um den schönsten Wagen beim Koblenzer Rosenmontagszug unter sich aus. Dieses mal haben die "KaJunSe" die Nase vorn.

KOBLENZ.
"Im Schneckentempo durch die Stadt": Mit diesem Motiv trafen die "Senioren" der Katholischen Jugend Neuendorf/Wallersheim - kurz "KaJunSe"genannt - wieder einmal den Nerv. Mit ihrem beeindruckenden Bild zum Thema der maroden Brücken in Koblenz landen die engagierten Wagenbauer nach 2007 bei der Prämiierung der schönsten Beiträge zum Koblenzer Rosenmontagszug mit 41 Punkten auf dem ersten Platz. Sie setzten sich damit gegen das Alt-Herren-Corps (AHC) durch, das die Wettbewerbe von 2008 und 2009 gewonnen hatte. Für ihren rollenden Generationswechsel an der Stadtspitze gab es 36 Punkte und dieses Mal "nur" den zweiten Platz. Auf dem dritten Rang landete der "ägyptische" Wagen des Narrenclubs Waschem (27 Punkte). Die "KaJunSe" freuen sich jetzt über den Pokal des Oberbürgermeisters und 500 Euro. Das AHC wird mit 350 Euro und einem Pokal geehrt, an den NC Waschem gehen 200 Euro und Pokal. Weitere Pokale gehen an die beiden Viertplatzierten, die "Holländer" von der Kirmesgesellschaft (KG) St.Bernhard und das "Wahlversprechen" des Carneval-Clubs Korpskommando Koblenz mit jeweils 15 Punkten. Die KG wurde ferner mit dem Sonderpreis für die beste Ausstattung belohnt.

Jeder der 18 Juroren, die unter anderem aus den Reihen der AKK-Vereine kommen, kann in den Kategorien Motivwagen, Komiteewagen und Fußgruppen jeweils zehn Punkte vergeben, wobei ein Beitrag mit maximal vier Punkten "benotet" werden darf. Eine Ausnahme gibt es beim "Technikpokal". Hier gilt die einfache Mehrheit. Alle Zugbeiträge kommen in die Wertung - eine Ausnahme sind die Komiteewagen. Sie werden nur dann bewertet, wenn sie zum ersten Mal im "Zuch" unterwegs sind. Der erste Platz ging an die Funken aus Metternich (29 Punkte), die die Rheinfreunde und Gülser Husaren (jeweils 28 Punkte), die Kesselemmer Wierschtjer (21 Punkte) und den Bornskrug (20 Punkte) auf die Plätze verwiesen. Für alle gibt es Pokale.

Knapp war auch die Entscheidung bei den Fußgruppen: Die Froschkönige vom Möhnenclub "Die Tollkühnen" wurden mit dem ersten Platz (29 Punkte) und 150 Euro belohnt. Nur zwei Punkte weniger hatten die Eismajestäten von den Josephas des Narrenbunts. Für sie gibt es 100 Euro. 50 Euro gehen an die Gülser Seemöwen, deren "Paradiesvögel" auf den dritten Platz landeten. Für die "Top-Drei" gibt es Pokale, weitere Trophäen gehen an die Weltumsegler von den Rheinfreunden und die Windsufer des AHC. (ka)

RZ Koblenz & Region vom Samstag, 20. Februar 2010, Seite 23.


Mittwoch, 17. Februar 2010
Keine Flaschen, keine Randale

Kontrollen in der Oberen Löhr stoßen auf große Akzeptanz - Hunderte Jugendliche feiern im Agostea

Hier kommt keiner einfach so durch: Der ältere Mann mit dem Krückstock wird genauso gefragt, ob er Glasflaschen dabei hat, wie die Gruppe Teenager. Die Löhrstraße zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Rizzastraße ist an Rosenmontag glasflaschenfreie Zone. Und das Konzept scheint - zumindest für diesen Straßenzug - aufzugehen: Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es keine Probleme mit Vermüllung, Verwüstung und Verletzungen.

KOBLENZ. "Haben Sie Glasflaschen dabei?" Hunderte, Tausende von Malen haben Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt gestern diese Frage an den Eingängen zur Löhrstraße gestellt. Denn der Straßenzug zwischen Friedrich-Ebert-Ring und Rizzastraße wurde zur glasflaschenfreien Zone erklärt. "Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus", sagt Markus Schmitt von der Initiative "Sicherheit in unserer Stadt". "Das war ja nicht mehr lustig. Die Zugteilnehmer wurden durch Flaschenwürfe gefährdet, die Geschäftsleute waren durch Verwüstungen und Vermüllungen total genervt. So ging das nicht weiter."

Die allermeisten Passanten finden die Kontrollen in Ordnung, vielleicht auch deshalb, weil sich ihnen jeder unterziehen muss, egal wie alt er ist, wie er aussieht, wie er gekleidet ist. Eine Gruppe junger Leute, voll bepackt mit Flaschen, dreht ab und sucht sich eben einen anderen Zug-Standort. Zwei Frauen trinken ihre mitgebrachten Piccoloflaschen in Ruhe aus und gehen dann in die Löhrstraße. "Gut, dass das gemacht wird", sagen sie. "Das war doch in den vergangenen Jahren echt zu viel."

Wodka im Kinderwagen

Eine sehr junge Frau hat eine Flasche Wodka in einer Tasche am Kinderwagen hängen. Die wandert gemeinsam mit anderen vollen und leeren Flaschen in den Müllcontainer - "Besser so", sagt einer der Beamten halblaut. Ein paar junge Leute haben sich nur wenige Meter von der Kontrollstelle entfernt, um einen Bierkasten versammelt. "Wir bleiben hier", sagen sie fröhlich. "Und den Müll nehmen wir mit. Das machen wir immer."

Manuela Feld und Norbert Haas vom Sachgebiet Jugendkriminalität gehen in Zivil Streife. "Sehr ruhig hier", sagen sie. "Letztes Jahr haben wir massenhaft harte Alkoholika weggekippt, dieses Jahr praktisch gar nichts." Allerdings fürchten sie, dass die jungen Kampftrinker sich jetzt eben an anderer Stelle treffen. "Das ist ja oft nur eine Verdrängung, mehr nicht."

Die Befürchtung teilt Polizeipressesprecher Ralf Schomisch, kann sie aber zumindest für dieses Jahr noch nicht festmachen. "Zumindest hatten wir - soweit uns bisher bekannt ist - an keiner anderen Stelle in der Stadt Verwüstungen oder Gefährdungen in dem Ausmaß, wie wir sie sonst in der Oberen Löhr hatten." Das könne aber auch daran liegen, dass insgesamt weniger Zuschauer den Rosenmontagszug besucht haben.

Während es in der Löhrstraße nur um ein Glasflaschenverbot geht, ist im Agostea tagsüber Alkohol komplett tabu. Erstmals haben verschiedene Initiatoren zu einer Kinder- und Jugenddisco eingeladen, um den 12- bis 17-Jährigen eine alkoholfreie Alternative zu bieten. Die Stimmung ist gelöst, Hunderte von jungen Discogängern genießen das Ambiente und tanzen fröhlich.

Exzesse verhindern

Kontrolle ist aber auch hier angesagt: Rein kommt nur, wer dem Türsteher und den Mitarbeitern vom Jugendamt "sauber" vorkommt. Manche sind zu jung, andere zu alt. Wer Alkohol dabei hat oder alkoholisiert wirkt, bleibt sowieso draußen, da sind die Türsteher rigoros.

Gegenüber auf dem Zentralplatz haben sich am Nachmittag einige Polizeibeamte postiert. "Präsenz zeigen", sagt einer. Denn hier tummeln sich etliche Jugendcliquen, die leeren Flaschen kullern schon über den Platz. "Aber man muss ja nicht päpstlicher sein als der Papst", sagt Polizeibeamtin Manuela Held. "Man war ja selbst auch mal jung. Es geht nur darum, die schlimmen Auswüchse zu verhindern."
Doris Schneider

RZ Koblenz & Region vom Dienstag, 16. Februar 2010, Seite 19.

Mittwoch, 17. Februar 2010
"Zuch" ist Reise nach Koblenz wert

Narren nehmen leere Wahlversprechen und die maroden kommunalen Finanzen aufs Korn - Sattelzug sorgt für Stau

Wenn es die bienenfleißigen Wagenbauer aus Neuendorf und Wallersheim nicht gäbe, wäre der Koblenzer Karneval um einiges ärmer. Das war wohl die Haupterkenntnis, die so mancher Zuschauer vom Rosenmontagszug 2010 mit nach Hause nahm. Der "Zuch" erreichte nach dem kleinen Einbruch der vergangenen Session übrigens das gute Niveau der Vorjahre und war im Großen und Ganzen wieder ein schönes Erlebnis.

KOBLENZ.
Offenbar wollten deutlich weniger Narren als im Vorjahr den Koblenzer Rosenmontagszug sehen. Die Kälte hatte so manchen abgeschreckt, obwohl es am Ende trocken blieb. Wer zu Hause geblieben war, versäumte wirklich etwas. Denn mit 93 Fußgruppen, 38 Wagen, 21 Musikgruppen und zwei Kutschen gehörte der "Zuch" 2010 zu den größeren seiner Art. Wer alles sehen wollte, musste deutlich mehr als zwei Stunden investieren - wobei Stockungen das Spektakel in die Länge zogen.

Wagen bleibt stecken

So mancher Beteilige hatte die Kritik von Zeitgenossen an den zu kleinen Gefährten in Koblenz sehr ernst genommen und Wagen auf den Weg geschickt, die für die engen Altstadtstraßen ungeeignet waren. Diese Erfahrung musste der Fahrer des "Nachtwerk"-Sattelzuges machen, nachdem er trotz gut 15-minütiger Rangierarbeit nicht in den westlichen Teil der Rheinstraße einbiegen konnte. Am Ende fehlten nur Millimeter. Doch das reichte, um den Zug aufzuhalten, bevor er so richtig begonnen hatte. Doch die Narren blieben gelassen und inszenierten kurzerhand eine Straßendisco.

Die Ordner der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) reagierten schnell, und sorgten dafür, dass das Riesenmobil der "Blauen Bütt" nicht in dieselbe Situation kam. Es ordnete sich erst in den Zuch ein, als es in Richtung Vorstadt ging. Und auf den breiteren Straßen durfte dann auch das "Nachtwerk" weiterfahren.

Trotz deutlich gestiegener Wagengrößen waren es wieder einmal die Fußgruppen, die beim "Zuch" die Akzente setzten, wobei sich gerade die Karnevalsgruppen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen, sehr einfallsreich präsentierten. Dennoch wunderte sich so mancher darüber, dass sich die Koblenzer Narren bemerkenswert unpolitisch präsentierten - obwohl in der Republik so vieles im Argen liegt wie lange nicht mehr. Zu den großen Ausnahmen gehörten die Aktiven vom Carneval-Club Korpskommando Koblenz, die unter der Devise "Wahlversprechen immer krasser - übrig bleiben Brot und Wasser" Wagen und Fußgruppe auf die närrische Tour durch die Stadt schickten.

Ära "Schuwi" analysiert

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang war auch der Beitrag des Alt-Herren-Corps, wobei sich die Aktiven intensiv mit der Ära Schulte-Wissermann auseinandersetzten. "Schuwi" mit seinem Wohnmobil im verdienten Ruhestand, während sein Nachfolger die finanzielle Schieflage der Stadt ausbaden muss. Das entbehrte nicht einer gewissen Brisanz. Doch der Noch-OB nahm es nicht krumm und marschierte fröhlich mit seinen Blau-Weißen mit.

Die kommunalen Finanzen waren auch das Thema für die Katholische Jugend St. Peter, die als "Römer" an das abgebrannte Rom Neros erinnerten und Bezüge zu Koblenz herstellten. Die älteren, in der KaJunSe St. Peter organisierten Narren wurden noch deutlicher und empfahlen sich mit ihrem Beitrag über die maroden Brücken der Stadt einmal mehr für die Zugprämierung der AKK. Wer am Ende gewinnt, wird am Freitag entschieden.

Die Buga, Reisen in ferne Länder, die bevorstehende Fußball-WM und Motive aus fremden Nationen waren die weiteren Hauptthemen des diesjährigen Zuges, in dem die Wallersheimer bleibende Eindrücke hinterließen. Der Stadtteil präsentierte sich geschlossen und vor allem farbenfroh. Hoffentlich bleibt das auch künftig so! (ka)

RZ Koblenz & Region vom Dienstag, 16. Februar 2010, Seite 17.

Montag, 15. Februar 2010
Doppelter "Schuwi" irritiert Narren

Oberbürgermeister rettet den Stadtschlüssel mit einer List - Trotz siegreicher Schlacht brauchen Karnevalisten Geduld

Obwohl Oberbürgermeister Dr. Eberhard Schulte-Wissermann nur noch zwei Monate im Amt ist, zeigt er sich wenig geneigt, es den Narren dieses Mal leichter als sonst zu machen. Ganz im Gegenteil: An diese Schlacht um das Rathaus werden sich die Karnevalisten noch sehr lange erinnern.

KOBLENZ.
Die Narren nehmen sich, was ihnen zusteht. Und dazu gehört ihrer Meinung nach der Stadtschlüssel. Dass dies der Oberbürgermeister ganz anders sieht, ist ebenso klar. In weiser Voraussicht, dass er dem Ansturm der Karnevalisten nicht lange widerstehen kann, greift der OB zu einer List.

Dabei fängt es für die Koblenzer Vereine trotz Schnee und Kälte so gut an. Fast unbemerkt formieren sie sich auf dem Görresplatz, während die Gruppe Zot & Zoalig aus Haren auf dem Jesuitenplatz ein musikalisches Ablenkungsmanöver beginnt. Den langjährigen belgischen Verbündeten ist es zu verdanken, dass die "Mutter aller Schlachten" schnell entschieden ist. Die Stadtsoldaten erkennen zu spät, was da auf sie zurollt. Die Artillerie aus der Innenstadt, von der Karthause und aus Niederberg leistet ganze Arbeit. Dirigiert von Feldmarschall Erich Thönnes ("weiter links, sonst trefft ihr unseren Präsidenten" , schießen die Artilleristen das Rathaus mit ihren Konfettisalven sturmreif. In den eroberten Korridor stürmen dann die Tollitäten Marcus I. und Claudia. Auf dem "OB-Balkon" angekommen, halten sie jedoch inne. Irgendetwas stimmt nicht. Die Antwort gibt der Stadtchef selbst. Dr. Eberhard Schulte-Wissermann ist gar nicht auf dem Balkon. Vergnügt winkt er mit dem echten Stadtschlüssel in unerreichbarer Ferne aus einem Fenster. "Schuwi" hat seinen Zwillingsbruder Prof. Dr. Hermann Schulte-Wissermann mit einem falschen Schlüssel auf den Balkon geschickt. Dass die Narren nun doch Unordnung im Rathaus machen können, liegt an einer Geste des echten OB. Er übergibt den Schlüssel am Ende freiwillig - auch er will mitfeiern. [/i) (ka)
Foto: Godehard Juraschek

RZ Koblenz & Region vom Montag, 15. Februar 2010, Seite 9.

Samstag, 13. Februar 2010
Bundeswehr hisst die weiße Flagge vor den Koblenzer Narrenschar

Palisaden, Papppanzer, Sandsäcke, das Gelände der Falckenstein-Kaserne war gut präpariert. Doch es half alles nicht. Das Koblenzer Heeresführungskommando hat kapituliert. Um kurz nach 15.30 Uhr übergab am Freitag der Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Generalleutnant Carl-Hubertus von Butler, die Burg Falckenstein an Prinz Marcus I. Zuvor hatten die Soldaten sich aber heftig gegen den Ansturm der närrischen Garden der AKK, die von Zugmarschall Erich Thönnes angeführt wurden, gewehrt. Und sie konnten dabei auf die Unterstützung der Truppen des Carneval-Clubs Korpskommando Koblenz (CCKK) zählen. Doch im Regen der Konfettikanonen zeigte sich allerdings relativ rasch, dass jeglicher Widerstand sinnlos ist. Und so hisste Generalleutnant Carl-Hubertus Butler schließlich nach einer knappen halben Stunde die weiße Fahne. (pka) Foto: Karges

RZ Koblenz & Region vom Samstag, 13. Februar 2010, Seite 20.

Mittwoch, 10. Februar 2010
Ziehen Narren in die alte Uni-Sporthalle?

Stadt und AKK prüfen Alternativen für 2011

KOBLENZ.
Obwohl die heißen Tage der Koblenzer Fastnacht noch bevorstehen, planen die Narren bereits für die Session 2011. Das hat Gründe: Die Rhein-Mosel-Halle wird wegen der Neugestaltungs- und Umbaumaßnahmen rund ein Jahr nicht genutzt werden können. Für die Karnevalisten am Eck zeichnet sich jedoch eine Lösung ab, mit der alle zufrieden sind.

Die Turnhalle des früheren Uni- und FH-Campus Oberwerth könnte 2011 das Ausweichquartier für die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) und die großen Innenstadtvereine werden. Hinter den Kulissen laufen die Verhandlungen mit den zuständigen Ämtern der Stadt und der Koblenz-Touristik. Und es sieht gut aus. Auch wenn noch nichts offiziell ist, scheint es so, dass es aus Sicht des Brandschutzes keine Bedenken gegen die Interimsnutzung gibt. Und das wäre die Ausgangsbasis für alles, was dann kommt.

Für die von der Renovierung der Rhein-Mosel-Halle wäre diese Variante ideal, zumal die verkehrstechnische Anbindung optimal ist. Und: Eine Bushaltestelle ist direkt vor der Halle. Der größte Vorteil wäre jedoch, dass die fieberhafte Suche nach einer Alternative beendet werden könnte. Bislang waren mehrere Varianten im Spiel. So gab es einen Ortstermin in der Messehalle am Wallersheimer Kreisel. Auch ein beheizbares Zelt war als Alternative im Spiel. Beide Lösungen hätten aber gerade die großen Vereine vor Kapazitätsprobleme gestellt.

Wie und vom wem die frühere Uni-Halle auf dem Oberwerth ausgestattet wird, ist noch offen. Denkbar wäre, dass die Koblenz-Touristik Inventar und Technik beschafft und das Ganze dann als Komplettpaket an die AKK und die Vereine weitervermietet.

Die Alternative "Uni-Halle" ist möglich, seitdem feststeht, dass mit den Abbrucharbeiten auf dem Areal doch nicht so schnell begonnen wird, wie ursprünglich geplant. Eigentlich war vorgesehen, direkt nach dem Umzug der FH damit zu beginnen. Das Land, das Eigentümerin des Areals ist, verhandelt mit potenziellen Investoren, die das Gelände nutzen wollen. Die historische Bausubstanz der ehemaligen Bildungsanstalt für Lehrerinnen soll aber auf jeden Fall erhalten bleiben. (ka)

RZ Koblenz & Region vom Mittwoch, 10. Februar 2010, Seite 19.

Donnerstag, 28. Januar 2010
Schängelschiff im Doppelpack

Närrische Gemeinde feiert ganz entspannt

Das Schängelschiff ist ein Selbstläufer, der sich seit Jahren einer großen Beliebtheit erfreut. Ein Grund für die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK), in dieser Session die "MS Rheinenergie" der KD gleich zweimal zu buchen. Angenehmer Nebeneffekt: Das dichte Gedränge der Vorjahre wiederholte sich nicht, die Karnevalsfreunde aus der Region konnten entspannt feiern. Dazu gab es Tanzmusik, aufgelegt von DJ Torty de Banana. Es waren aber auch die Abende der Gruppen und Grüppchen, die - traditionell einheitlich kostümiert - an der närrischen Tour teilnahmen. Die Tollitäten Prinz Marcus I. "von Druck und Narretei" und Confluentia Claudia (kleines Bild links) hatten ihren Ornat gegen die praktischere Seemannskluft getauscht, um sich von den Kapitänen Andreas Warz (sitzend) und Reinhold Vujcic (rechts) in die Geheimnisse der Navigation einweihen zu lassen. Mit dabei: der stellvertretende Hofmarschall Dirk Zenzen (2. von links) und AKK-Präsident Franz-Josef Möhlig. Fotos: Juraschek

RZ Koblenz & Region vom Donnerstag, 28. Januar 2010, Seite 20.

Samstag, 23. Januar 2010
RoMo: Jugend-Disko

Im Agostea soll der Nachwuchs alkoholfrei feiern

KOBLENZ.
Einlasskontrollen und ein Flaschenverbot auf der Oberen Löhr zum Rosenmontagszug in Koblenz, parallel dazu eine alkoholfreie Jugendparty im Agostea: Die RZ hatte schon vergangene Woche berichtet, wie Polizei sowie Ordnungs- und Jugendamt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval und dem Förderverein des Lions Clubs Koblenz-Rhein/Mosel jugendlichen Kampftrinkern den Zapfhahn abdrehen wollen.

Nun informierten die Kooperationspartner darüber, was die Narren zum Rosenmontag konkret erwartet. Im Agostea läuft parallel zum Rosenmontagszug und schon etwas vorab von 11 bis 18 Uhr unter dem Motto "Olau - Let"s Dance - alkoholfrei und Spaß dabei" eine Jugenddisco für 12- bis 17-Jährige. Neben einem Karaoke-Wettbewerb wartet in der Diskothek eine Saft-Cocktailbar auf die jungen Leute. Außerdem wird es eine Kostümprämierung geben. Und: Die jungen Partygäste können sich von einem Friseurteam samt Visagistin stylen und anschließend ablichten lassen. Das Erinnerungsfoto wird umgehend ausgedruckt.

Damit die Party im Agostea wirklich alkoholfrei bleibt, werden dort zehn Mitarbeiter des Jugendamtes nach dem Rechten sehen. Im Gepäck: Alkoholschnelltests. Außerdem gilt: Wer das Agostea mit Alkoholfahne ansteuert, muss leider draußen bleiben.

Draußen bleiben müssen zudem alle, die mit Glasflaschen im Gepäck zum RoMo-Zug die Obere Löhr ansteuern. Dort wird abgeriegelt und streng kontrolliert. Jugendliche Randalierer könnten natürlich deshalb nach "Ausweichquartieren" suchen. Zu sicher wiegen sollten sie sich aber nicht. Denn die Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an - entlang der gesamten Zugstrecke. (agh)

RZ Koblenz & Region vom Samstag, 23. Januar 2010, Seite 21.

Mittwoch, 20. Januar 2010
Königsbacher-Brauerei pflegt Tradition des "Sternewirts"

Die Koblenzer stehen voll hinter "ihrer" Königsbacher-Brauerei. Die große Unterschriftenaktion und die Fürsprache von Prominenten stimmen optimistisch, dass auch in Zukunft im südlichsten Stadtteil Bierspezialitäten gebraut werden. Die Geschäftsführer Christoph Dörr (2. von links) und Alfred Wunderlich (rechts) freuen sich über die Rückendeckung und dankten gestern Abend mit einer Neuauflage des "Sternewirts". Die närrische Veranstaltung hat ihre Wurzeln in der Tradition, dass zunächst Handwerker auf der Walz, dann Karnevalisten einst in der Brauerei gratis bewirtet wurden. Noch heute werden die dafür bestimmten Fässer mit einem achtzackigen Stern markiert. Karnevalisten dürfen aber nur dann trinken, wenn ihr Prinz den Kreidestern zeichnen kann - natürlich ohne abzusetzen. Prinz Marcus I. "von Druck und Narretei" enttäuschte die Gäste nicht. Moralisch unterstützt von Confluentia Claudia sorgte er dafür, dass keine Kehle trocken blieb. Auch der designierte Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig (links) und "Gambrinus" Erich Tönnes (3. von links) freuten sich über den gelungenen Abend. Foto: Godehard Juraschek

RZ Koblenz & Region vom Mittwoch, 20. Januar 2010, Seite 14.

Donnerstag, 14. Januar 2010
RoMo: Obere Löhr wird abgeriegelt

Verwaltung will mit Einlasskontrolle Randalierer-Brennpunkt entschärfen - Flaschenverbot - Alternativangebot für Jugendliche

Noch keine 18 Jahre alt, aber schon extrem hohe Promillewerte: Gerade im Karneval greifen viele "Kurze" in illegaler Weise und ohne Maß und Ziel zum "Kurzen". Lustig sind solche alkoholisierten Jugendlichen nicht. Beim Koblenzer Rosenmontagszug 2009 haben sie vielmehr etliche Narren in Angst und Schrecken versetzt. 2010 soll es so weit nicht mehr kommen.

KOBLENZ. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket wollen Stadtverwaltung und Polizei in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) und weiteren Kooperationspartnern jugendlichen Saufgelagen rund um den Rosenmontagszug den Zapfhahn abdrehen. Repressive Aktionen sind ebenso geplant wie ein alternatives Unterhaltungsangebot für junge Leute.

Die Einschränkungen: Die Obere Löhr, in der sich in den vergangenen Jahren immer wieder ganze Horden alkoholisierter Jugendlicher postiert hatten, wird sowohl vom Bahnhof her als auch in Richtung Innenstadt abgeriegelt werden. "Es wird dort Einlasskontrollen und Absperrgitter geben, um ein striktes Glasflaschenverbot durchzusetzen. Wer in diesen Bereich will, muss mitgeführte Glasflaschen in einem Abfallbehälter entsorgen - oder eben draußen bleiben", kündigt Reiner Klug, Chef des Koblenzer Ordnungsamtes, an.

Die Verwaltung reagiert damit auch auf Klagen aus den Reihen der Kaufmannschaft und der Anlieger der Oberen Löhr. Vermüllung und Glasschutt nach dem Rosenmontagszug waren diesen schon lange ein Dorn im Auge. "Das hatte wirklich unzumutbare Ausmaße erreicht", gibt auch Klug zu. Zudem hat die Polizei gerade im Bereich der Oberen Löhr in den vergangenen Jahren verstärkt Straftaten unter Alkoholeinfluss feststellen müssen.

Wenig lustig fanden im vergangenen Jahr auch etliche Zugteilnehmer den Umstand, dass ihnen beim Passieren

der Oberen Löhr Glasflaschen von randalierenden Jugendlichen um die Nase geflogen sind, wie Günter Eder, Vorstandsmitglied der AKK, erklärt. "Wir hatten im vergangenen Jahr schon Zugteilnehmer, die Angst hatten, die Obere Löhr überhaupt zu passieren. Hier musste endlich etwas passieren", fügt Eder hinzu.

Alkohol und Karneval: Für viele Narren gehört beides untrennbar zusammen. Für den AKK muss Alkohol deshalb aber nicht unbedingt fester Bestandteil des Rosenmontagszuges sein. Eder: "Alkoholausschank während des Zuges von den Wagen herab oder durch Fußgruppen haben wir deshalb über unsere Zulassungsvorschriften ausgeschlossen." Wer trotzdem Hochprozentiges statt Kamellen verteilt, dem droht als mildeste Strafe, nicht an der Bewertung und Prämierung der besten Zugteilnehmer teilzunehmen. Bei gravierenden Verstößen können Gruppen sogar von einer Zugteilnahme im kommenden Jahr ausgeschlossen werden.

Das Angebot: Um jungen Narren ein attraktives Alternativprogramm zum kollektiven Besäufnis zu bieten und um sie von der Straße (und damit weg von Alkoholquellen) zu locken, findet in der Diskothek Agostea am Rosenmontag von 12 bis 18 Uhr eine Karnevalsveranstaltung statt, die sich an die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen richtet. Die Ausnahmegenehmigung der Verwaltung, die das Agostea für die Veranstaltung erhält, setzt einen engen Rahmen: Der Eintritt muss frei sein, der Verkauf von Alkohol und Zigaretten ist untersagt, Verzehrkarten, sollten diese ausgegeben werden, dürfen maximal einen Wert von 5 Euro aufweisen, und die Getränkepreise müssen kinder- und jugendgerecht reduziert werden. Kooperationspartner dieser Veranstaltung sind neben dem AKK und dem Koblenzer Lions Club auch das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Koblenz und das Jugendamt.

Die Jugendparty soll im Wesentlichen aus einer Discoveranstaltung bestehen, heißt es in der Planung der Stadtverwaltung, die auch dem Jugendhilfeausschuss in jüngster Sitzung am 7. Januar präsentiert und von diesem abgesegnet wurde. Ein Mix aus Karnevalsklängen und Hits aus den Charts soll die jungen Leute alkoholfrei bei Laune halten. Annette Hoppen

RZ Koblenz & Region vom Donnerstag, 14. Januar 2010, Seite 15.

Montag, 11. Januar 2010
Kowelenzer Faasenacht mit Zukunft

Confluentia Claudia und Prinz Marcus haben an ihrer neuen Aufgabe sichtlich Spaß. Auf die beiden warten jetzt äußerst anstrengende Tage. Foto: Godehard Juraschek

Obwohl die neuen Tollitäten Traditionen pflegen wollen, wurden bei der sehenswerten Inthronisation alte Zöpfe abgeschnitten

So kann es weitergehen! Mit der besten Inthronisation seit Jahren meldeten sich die Koblenzer Narren machtvoll zu Wort. Und die neuen Tollitäten haben Grund zur Freude: So mancher dürfte die neuen närrischen Regenten um den großen Unterstützerkreis beneiden. Am Samstag war nämlich fast alles auf den Beinen, was der Koblenzer Karneval zu bieten hat.

KOBLENZ.
Jetzt ist es amtlich: Prinz Marcus I. "von Druck und Narretei" und Confluentia Claudia regieren nun auch offiziell die Narren an Rhein und Mosel. Die meldeten sich am Samstag in der Rhein-Mosel-Halle mit einer Top-Gala auf den Brettern zurück, die bekanntlich die Welt bedeuten. Und alle freuten sich gemeinsam über den gelungenen Einstand der souveränen Tollitäten.

"Der erste Blick geht auf meine Hose", bekannte denn auch Marcus I. (Perz) freimütig. Ihm war nicht entgangen, dass sich so mancher über seine Ausstattung wunderte. Denn der Prinz kommt in dieser Session nicht im üblichen Beinkleid, sondern in "historischer" kurzer Hose und langen weißen Strümpfen daher. Das ist eigentlich eine Kleinigkeit, die aber einen hohen symbolischen Stellenwert besitzt. Macht doch die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft (GKKG) ihre Ankündigung wahr, alte Traditionen pflegen zu wollen. Das erscheint in diesen Tagen, die sich vielerorts durch Profillosigkeit auszeichnen, schon wieder fortschrittlich.

Wichtiger als die traditionellen Elemente, zu denen auch der trommelnde Hofnarr und das Schmücken der Vereinsstandarten mit Fahnenbändern gehörten, war die Erkenntnis, dass Akteure angetreten sind, die aus voller Überzeugung Karneval feiern. Die "Große" hat wieder eine Seele. Und das steckt an. Selten hat man auf der Bühne so viele Aktive gesehen, wobei sich Confluentia Claudia besonders über die massive Unterstützung der Südlichen Vorstadt freute, wo sie ja bekanntlich arbeitet.

Die gute Vorstellung der "Großen", die gleich zwei Prinzenmärsche zum Besten gab, hätte freilich wenig genutzt, wenn die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) als Veranstalterin nicht kräftig am Konzept gefeilt hätte. So mancher Zopf wurde abgeschnitten, und viele der "Abonnementsakteure" mussten dieses Mal Pause machen. So wurde es vor allem der Abend des TSC Rheinfeuer.

Der Verein ist gerade erst in die AKK aufgenommen worden. Die seit sieben Jahren bestehende rund 40-köpfige Gruppe bedankte sich mit einer gigantischen Lateinamerika-Show - und setzte ganz nebenbei Maßstäbe, die andere Gruppen ernst nehmen sollten. Überhaupt zeigte der Abend, dass auf dem närrischen Parkett endgültig ein Generationswechsel stattgefunden hat. Das dokumentierten wieder einmal die Showtanzgruppen der GKKG und der Seemöwen sowie das meisterliche Tanzpaar Lisa Cremer und André Piwonka.

Die Inthronisation machte ebenfalls deutlich, dass es müßig ist, über den fehlenden Rednernachwuchs zu debattieren. Einerseits meldeten sich mit "Großvater" Thomas Flöck und Stadtführer Manfred Gniffke zwei erfahrene Meister ihres Fachs zu Wort, andererseits zeichnet sich der Trend ab, geschliffene Verse und Musik miteinander zu verschmelzen. Für diese Entwicklung stehen seit einiger Zeit die "Mauerblümchen" aus Niederberg, die mit bitterbösen Texten die Marotten von in die Jahre gekommenen Ehemännern aufs Korn nahmen. Dazu kommt noch eine ganz neue Disziplin: der Schängel-Rock, den die ebenfalls neue Gruppe "Die Bullewätz" zum Besten gab. Der dritte Trend ist dagegen nicht ganz so neu - die Verschmelzung von Karneval und Comedy. Keine Frage: Der Mix kommt an, was auch der umjubelte Auftritt von Willi und Ernst zeigte. Obwohl das Duo derzeit "dauerengagiert" ist, können die Koblenzer offenbar nicht genug von den beiden bekommen.

Angesichts des Miteinanders von ehrenamtlichen Karnevalisten und hauptberuflichen Komikern wird sich perspektivisch wohl die Frage, stellen, ob sich der eherne Koblenzer Grundsatz, die Redner ohne Honorar in die Bütt zu stellen, auf Dauer halten lässt. Wie dem auch sei: Es war ein toller Abend, dessen reibungsloser Verlauf gerade auch Franz-Josef Möhlich zu verdanken ist. Der AKK-Präsident lieferte als Moderator eine nahezu perfekte Vorstellung ab. (ka)

RZ Koblenz & Region vom Montag, 11. Januar 2010, Seite 15.

Samstag, 9. Januar 2010
Die Tollitäten können losfahren

Walter Wawer, Direktor von Mercedes-Benz in Koblenz (Mitte), übergab am Freitagabend die Sternenflotte an die Tollitäten und ihren Hofstaat, die die Generalprobe für die Inthronisation in der Rhein-Mosel-Halle gut gelaunt meisterten.
Foto: Godehard Juraschek

Bei Mercedes-Benz wurde am Freitagabend die Sternenflotte übergeben

KOBLENZ. Es ist eine närrische Tradition, dass Mercedes-Benz in Koblenz für die Tollitäten und ihren Hofstaat die Fahrzeuge stellt, die sie sicher zu den rund 300 karnevalistischen Veranstaltungen in der Stadt bringen.

Am Freitagabend hatte Direktor Walter Wawer an der Übergabe noch mehr Spaß als sonst. Haben doch Prinz Marcus I. "von Druck und Narretei", und Confluentia Claudia ihre Wurzeln in der Goldgrube - und damit die gleiche Heimat wie die Koblenzer Mercedes-Niederlassung.

Insgesamt sechs Fahrzeuge gehören zur Sternenflotte der aktuellen Session. Ein Novum: Es sind keine Limousinen dabei. Die Große Koblenzer Karnevalsgesellschaft hat einen derart großen Hofstaat mobilisiert, dass es dieses Mal sinnvoller ist, ausschließlich Transporter und Vans einzusetzen, um die ausgeklügelte personelle Logistik zu meistern. Dass die "Große" die Prinzensession besonders opulent und professionell gestalten will, ist bereits deutlich zu spüren.

Wie nicht anders erwartet, meisterten die Tollitäten und ihr gut gelauntes Gefolge die Vorpremiere zur Samstags-Inthronisation mit Bravour. Übrigens: Die Akteure können auch singen. (ka)

RZ Koblenz & Region vom Samstag, 9. Januar 2010, Seite 19.

Mittwoch, 4. November 2009
Marcus und Claudia lenken das Narrenschiff

Die Premiere ist geglückt! Die neuen Tollitäten hatten bei ihrer Vorstellung zwei neue Prinzenmärsche aus der Feder von Dirk Crecelius im Gepäck: Auch wenn sie die Traditionen pflegen, sind Marcus und Claudia für Überraschungen gut.
Foto: G. Jurachek

Neues Tollitätenpaar aus den Reihen der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft wurde gestern Abend im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt

Die Würfel sind gefallen. Jetzt steht endgültig fest, wer die Koblenzer Narrenschar in der neuen Session regieren wird. Gestern Abend wurde das neue Tollitätenpaar im Koblenzer Rathaus vorgestellt.

KOBLENZ. Jetzt ist es amtlich: Prinz Marcus I. "von Druck und Narretei" wird die Gecken an Rhein und Mosel in der Session 2009/2010 regieren. Die Regentin an seiner Seite ist Confluentia Claudia. Die Tollitäten wurden gestern Abend im Koblenzer Rathaus vorgestellt. Obwohl die Namen der neuen närrischen Regenten lange nicht genannt werden durften, waren die Gäste, die der Zeremonie beiwohnten, nicht überrascht. Marcus Perz (45) und Claudia Probst (32) sind als Aktive der zweitältesten närrischen Korporation der Stadt bekannt - der Großen Koblenzer Karnevalsgesellschaft.

Für die beiden geht nun ein lang gehegter Traum in Erfüllung. "Man wächst da so rein", bringt es Confluentia Claudia auf den Punkt. Als Pagin der "Großen" hat sie aus nächster Nähe erlebt, wie ihre Vorgängerinnen dieses nicht leichte Amt meisterten. Diese Nähe war für die Volljuristin in Diensten der Kevag kein Freifahrtschein. Auch zwei Mitbewerberinnen wären gerne Confluentia geworden. Auch Prinz Marcus ist das Amt nicht in den Schoß gefallen. "Ein Sitzungspräsident wird nicht automatisch Prinz - auch wenn er das will", stellt der geschäftsführende Gesellschafter einer bekannten Druckerei in der Südlichen Vorstadt klar. Marcus Perz musste sich erst gegen zwei weitere Kandidaten durchsetzen. "Wir haben uns die Interessenten sehr genau angeschaut", betont Dirk Crecelius. Der Geschäftsführer der "Großen" sagt aber auch, dass die Entscheidung für die neuen Tollitäten schon 2008 gefallen ist. Denn auch für eine traditionsreiche Gesellschaft, die inzwischen wieder mehr als 400 Mitglieder hat, ist Planungssicherheit das erste Gebot, zumal die Erwartungen groß sind. Die Voranfragen häufen sich. "Die Sitzungen am 30. und 31. Januar sind so gut wie ausgebucht - und das, obwohl der Vorverkauf noch nicht begonnen hat." Die Akteure machen sich keine Illusionen über den Druck, der auf ihnen lastet. Neben einem perfekten Auftritt im Gefolge werden - nach der sehr guten Vorstellung bei den jüngsten Sitzungen - auch bei der Narrengala in der Rhein-Mosel-Halle gute Leistungen erwartet. Klare Sache, dass den Sitzungspräsidenten kein Anfänger vertreten kann. Die Aufgabe wird Manfred Gniffke übernehmen. Das Altstadtoriginal betont jedoch, dass die Vertretung eine einmalige Sache sein werde. Das Einspringen des Altmeisters zeigt aber auch, wie gut die Stimmung im Verein wieder ist. Und auch die Kandidaten, die bei der Tollitätenwahl unterlegen waren, zeigten sich als faire Verlierer und ziehen nun mit ihren neuen "Herrschern" an einem Strang. Ergebnis: Das Kerngefolge zählt stolze 50 Mitglieder. Die wurden quasi zertifiziert und intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet. Davon zeugen auch die Ernennungsurkunden, die im Rahmen eines Debbekooche-Essens feierlich überreicht wurden. Die Geste zeigt: Die "Große" will nichts anbrennen lassen. Neu in dieser Konstellation ist der sogenannte Ehrenrat, in den Männer und Frauen berufen werden, die sich um die Gesellschaft verdient gemacht haben. Auch hier geht es sehr traditionell zu. Es gibt für die Mitglieder nur eine Narrenmütze, sonst bleiben sie in Anzug oder Kostüm. Dieses Verfahren erinnert an die Anfänge des neuen Koblenzer Karnevals.

Auch wenn es um sie selbst geht, zeigen sich die Tollitäten traditionsbewusst. Sie haben sich im Vorfeld intensiv mit der Historie auseinandergesetzt. Deshalb wird Prinz Marcus in kurzen Prinzenhosen durch die Säle ziehen. Neu ist das nicht: Prinz Dieter Lang, hatte diese Tradition bereits 1997 wiederbelebt. Überhaupt war es Prinz Dieter I., der die jetzigen Regenten motiviert hat, sich in vorderster Reihe für die ehrwürdige "Große" zu engagieren. Schwer fiel ihnen das nie. Und nach ihrer Wahl war die Kommunikation sehr einfach. Prinz und Confluentia kennen sich schon seit ihrer Jugendzeit. Denn sie stammen aus der Goldgrube. Beide haben gemeinsam, dass sie sich zur närrischen Tradition bekennen. Das heißt aber nicht, dass es in dieser Session keine Überraschungen gibt. (ka)

RZ Koblenz & Region vom Mittwoch, 4. November 2009, Seite 15.

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